Füssener Abendzeitung


Die Füssener Abendzeitung berichtet aktuell, wenn auch immer es ihr möglich ist, über die neuesten brisantesten, sensationellsten, spektakulärsten, wie auch unglaublichsten, mysteriösesten, utopischsten, unfaßbarsten, unbeschreiblichsten, unermeßlichsten, ebenso aber auch einmaligsten, ungeheuerlichsten, rätselhaftesten und erstaunlichsten oder unergründlichsten, haarsträubendsten und schleierhaftesten Ereignisse in der Lechstadt und ihrer Umgebung. Alles was eben sonst keiner weiß…


Füssener Abendzeitung – 51. Sonderausgabe vom 3. Juli 2020:

König Ludwig Denkmal am Tegelberg

Idee für Allgäuer Mount Rushmore sorgt für Aufsehen

Der König als Denkmal inmitten der freien Natur am Berg. Eine Vorstellung, die auf den ersten Moment völlig unwahrscheinlich erscheint. Geht es aber nach dem Willen des Ostallgäuer Künstlers und Bildhauers Heribert Bohrmeisel aus Steinbach bei Stötten, könnte am Tegelberg bei Schwangau bald eine Art Allgäuer Mount Rushmore entstehen. Die präzise Vorstellung des Steinmetz ist ein überdimensionaler Kopf von König Ludwig II., der auf dem Gipfel der Gelben Wand trohnt, einem Felsmassiv direkt unterhalb der Bergstation der Tegelbergbahn. Allerdings sorgt das Vorhaben bereits jetzt für Aufsehen und Diskussionen zwischen Naturschützern, Kletter- und Bergfreunden auf der einen und Influenzern und Instagram Bloggern auf der anderen Seite.

König blickt auf sein Schloss

Dabei ist die Idee an sich nichts wirklich neues. Denn ursprünglich wollte ein „königstreuer Geheimbund“ das Konterfei des Kinis großflächig in das Felsenmassiv der Kampenwand im bayerischen Chiemgau schlagen lassen. Dies berichtete der Merkur erst vor wenigen Tagen. Mit diesem spektakulären Vorhaben wollte der Geheimbund an die Verdienste des Wittelsbachers erinnern. Als Vorbild für das Kunstprojekt an der Kampenwand dient der bekannte Mount Rushmore in den USA, wo die Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln als Gesichter in den Fels gehauen wurden. Da die Initiatoren aber bisher auf keinen Zuspruch für ihr Vorhaben im Chiemgau gestoßen sind und auch der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und die Gemeinde Aschau, auf deren Grund die Kampenwand steht, abgewunken haben, will Bildhauer Bohrmeisel diese Idee nun aufgreifen und den Plan hier im Allgäu umsetzen. „Wo sonst würde so etwas schließlich besser hinpassen?“, fragt er. „Hier kann der König immerhin auf seine Schlösser und sein geliebtes Land hinab blicken. Mein Vorbild ist allerdings weniger die Wand mit den amerikanischen Präsidentenköpfen, sondern vielmehr Cristo Redentor, die monumentale Christusstatue, die im Süden von Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado steht.“

Petition im Landtag

Bohrmeisels Pläne sehen demnach eine Büstenstatue mit einer Höhe von etwa 32 Metern vor. Der Ohrenumfang misst etwa 21 Meter. Dabei will der Künstler den Kopf, getreu dem Konterfei des Königs, aus einem einzigen Quader aus royalem Leichtbeton herausfeilen, bevor er am Ende mit weisser Hermelinfarbe überzogen wird. Mit Hilfe eines Sondertransports soll das fertige Kunstwerk schließlich angeliefert und mit einem Helikopter an der finalen Stelle auf der Spitze des Felsens der Gelben Wand platziert und fixiert werden. Passend zu der neuen Beleuchtung des Schlosses könne dann auch der Ludwig Kopf in den Abendstunden dezent erhellt werden. Da das Vorhaben des Bildhauers bei den örtlichen Behörden aber bisher auf wenig Interesse gestoßen ist, will Bohrmeisel nun eine Petition in den Bayerischen Landtag einbringen und hofft auf zahlreiche Unterschriften auf seiner Webseite. Immerhin würde der „Mount King“ nicht nur ein ehrenvolles Sinnbild für die bayerische Geschichte darstellen. Der “Königsfelsen“ könnte vor allem auch für Instagram Blogger weltweit als neuer einzigartiger und begehrter Hot Spot dienen. Ihre volle Unterstützung bereits zugesichert haben auch die Schwangauer Königstreuen sowie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle.


Füssener Abendzeitung – 51. Sonderausgabe vom 15. Juni 2020:

Maßnahmen gegen Kuh-Attacken

Landkreis führt Wanderführerschein ein

Selten hat der Landkreis Ostallgäu so schnell eine wichtige Entscheidung zur besseren Regelung des Bergtourismus getroffen. Um künftige Unfälle, Kuhattacken oder Traumata, die durch die Missachtung des Alpviehs in der Region verursacht werden, zu vermeiden und damit etwaige Beschwerden wie auch Rechtsstreitigkeiten mit Urlaubsgästen oder Tagesbesuchern auszuschließen, führt der Landkreis mit Beginn des kommenden Monats einen sogenannten Wanderführerschein ein. Dies hat das Landratsamt gegenüber der Füssener Abendzeitung nun offiziell bestätigt. Der Erwerb des Ausweises ist künftig für alle Freizeitsportler oder Urlaubsgäste verpflichtend, die auf dem Weg durchs Gebirge Weideflächen durchqueren, auf denen sich junge Rinder oder Kühe zur Grasung aufhalten und die Kulturlandschaft pflegen.

Ausweis in 3 Stufen

Für den Erwerb des AWWA, des Allgäuer Weide Wander Ausweis, müssen sich die Bewerber einer theoretischen und einer praktischen Prüfung unterziehen, wobei in drei verschiedenen Stufen allgemeine Fragen zum Thema Verhaltensregeln auf Viehweiden mit „Milchkühen“, „Kälbern und Jungrindern“, oder in der schwierigsten Stufe „Mutterkuhherden“, beantwortet werden müssen. Im Rahmen der insgesamt vierstündigen Ausbildung nimmt der Bewerber zudem an einem Workshop teil, in dem der richtige Umgang mit dem Vieh vor Ort gelehrt wird. Wie beim früher bekannten Freischwimmer, können die Wanderausweisbewerber Freiwander Abzeichen in Bronze, Silber oder auch Gold erhalten. Je nach Ausbildungsart ist der Inhaber des Ausweises künftig somit dazu berechtigt, Viehweiden von unterschiedlichen Größen zu betreten, oder auch Flächen, auf denen besonders jähzornige Viehrassen zu finden sind. Das Freiwander Abzeichen kann auch von jungen Wanderern erworben werden. Das damalige „Seepferdchen“ wird hier durch das „Alprindchen“ ersetzt.

Strenger Bußgeldkatalog

Mit der Einführung des Wanderausweises sollen künftig auch verstärkte Kontrollen auf den durch Wanderwege durchteilten Viehweiden vorgenommen werden. Dazu wurde ein strenger Maßnahmenkatalog erstellt, der Strafen von bis zu 800,- Euro vorsieht. So kann bei einem Träger des Freiwanderabzeichens in Bronze, sollte er auf einer mit mehr als 80 Rindern gefüllten Weide angetroffen werden, ein Bußgeld von 360.- Euro erhoben werden, während für einen Träger des Freiwanderabzeichens in Silber beim gleichen Vergehen nur 140.- Euro fällig werden, da sich der Silberträger auf Weiden mit bis zu 60 Rindern aufhalten darf und somit die Überschreitung im Vergleich des Bronzeträgers nur gering ist. Träger des Goldabzeichens sind dagegen von Weidefüllmengen nicht betroffen und haben uneingeschränkten Zutritt. Touristen, die den Freiwanderausweis nicht besitzen müssen, egal auf welchen Viehweideflächen sie angetroffen werden, mit Bußgeldern von mindestens 600.- Euro rechnen. Die Weiden werden dabei täglich von speziell geschulten und ausgewachsenen Bullen überwacht. „Wir sind von der Maßnahme begeistert“, freut sich Angus Kobe, Hirte auf der Jägerhochkahlgrindbleichspitzalpe am Hochplattenhornsteingrat als Vorsitzender der Alpgemeinschaft Südliches Allgäu. „So haben wir endlich eine Regelung, mit der wir alle besser leben können, vor allem das Vieh.“


Füssener Abendzeitung – 49. Sonderausgabe vom 22. Mai 2020:

Mit dem U-Boot durch den Forggensee

Neue einmalige Attraktion für das Allgäu

Die Flotte der Füssener Forggenseeschifffahrt wird nun erweitert. Mit dem Stapellauf eines geräumigen Unterseebootes präsentiert das Kommunalunternehmen pünktlich zum Start in die neue Saison nun ein weiteres spektakuläres Wasserfahrzeug für Ausflugsfahrten. Das extra angefertigte U-Boot, das auf den Namen „MS Foeti-Sub-bus“, abgeleitet vom römischen Namen der Lechstadt, Foetibus, getauft werden soll, wird mit einem großen Festakt am 6. Juni feierlich zu Wasser gelassen. „Das ist ein gewaltiger Meilenstein in der langen Geschichte der Forggenseeschifffahrt“, so Werftsleiter Rainer Kutter. „Schließlich hat der Forggensee zwei Gesichter, die unterschiedlicher nicht sein könnten.“ „Für unsere Region stellt das ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dar“, freut sich auch der Ostallgäuer Tourismusexperte Anton Zander. „So etwas gibt es nicht einmal am Bodensee.“

Spannende Tour durch die Unterwasserwelt

Denn während der See im Sommer als eines der größten Freizeitparadise Bayerns genutzt wird, werden im Winter die Spuren längst vergangener Zeiten wieder sichtbar. Immerhin verlief auch die römische Handelsstraße Via Claudia Augusta vor rund 2000 Jahren mitten durch dieses Gebiet. Dies soll nun alles vom U-Boot aus mit völlig neuen Perspektiven erlebbar gemacht werden. Mit der neuen einmaligen Attraktion, die das Allgäu mit dem Erwerb des U-Bootes gewinnt, können die Gäste künftig also auch im Sommer in die Unterwasserwelt des Sees eintauchen. Im Rahmen der „Versunkenen Reise in den Forggensee“ geht es dabei auf eine wahre Entdeckungsreise auf den Seegrund. Die insgesamt zwei Stunden dauernde Tour führt vom neuen U-Bootshafen im Weidach über die Lechmündung in Richtung Staudamm Roßhaupten, vorbei an Deutschlands höchstgelegenem Leuchtturm, der von unten ganz anders aussieht, als von oben, bis hin zu den Ruinen der ehemaligen Schwangauer Weiler Forggen und Deutenhausen oder den Grundmauern steinzeitlicher Siedlungen und römischer Gutshöfe.

Feierlichkeiten zum Stapellauf

Als spannendste Teile der Unterwasserführung zählen dabei der U-Boot Slalom durch die Bojen und Ankerplätze des Segelclubs Füssen, sowie die rund vier Kilometer lange Fahrt durch das Flussbett des Lechs, bei dem das Boot durch die Strömung Geschwindigkeiten von bis zu 24 Knoten erreicht. Die maximale Tauchtiefe der Tour, die täglich bis Oktober fünf Mal angesetzt ist und an der jeweils bis zu dreissig Personen teilnehmen können, beträgt 32,6 Meter. Für den offiziellen Stapellauf hat die Stadtverwaltung bereits ein umfangreiches Programm geplant, das aufgrund der immer noch andauernden Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus zwar medien-, nicht aber publikumswirksam sein wird. So konnte als Ehrenkapitän für die Jungfernfahrt des U-Bootes, das in der Kieler Werft des Unternehmens Thyssenkrupp gebaut wurde und kommende Woche mit einem Sondertransport nach Füssen angeliefert wird, kein geringerer als ZDF Traumschiffkapitän Florian Silbereisen gewonnen werden.


Füssener Abendzeitung – 48. Sonderausgabe vom 14. Mai 2020:

Füssener Gipsbruchweiher soll Thermalbad werden

Projekt sichert gleichzeitig den Bestand des Gewässers

Geht es nach den Plänen eines Füssener Investors, soll mit dem Gipsbruchweiher, der im Ortsteil Bad Faulenbach neben dem Mittersee liegt, ein sogenanntes „ökologisches Thermalbad mit heilenden Calcium- Sulfat- und Schwefelzusätzen“ entstehen. Durch eine spezielle Wasserbeheizungsanlage, mit der der Weiher dafür ausgestattet wird, soll eine konstante Ganzjahres-Temperatur von 34 Grad erzeugt werden und so Einheimische, Gäste und Besucher zum wohltuenden Bad animieren. Die Bauanfrage ist bereits vor einigen Tagen im Rathaus eingereicht worden, wie die Stadtverwaltung nun bestätigte. „Zugegeben, die Gelegenheit für dieses zwar ungewöhnliche, aber auch touristisch gesehen geniale Projekt wäre gerade jetzt sehr günstig“, so Achim Angeldinger vom Bauamt der Stadt.

See wird vorübergehend abgelassen

Denn nachdem vor ein paar Monaten die Böschung zwischen der Alatseestraße und dem Weiher abgerutscht war, müsse das Gelände jetzt ohnehin komplett saniert und abgesichert werden. Zwar habe man in den letzten Wochen schon versucht, die Böschung zu reparieren, doch das reiche nicht aus, so Angeldinger weiter. Außerdem könnte mit dem Anlegen des Thermalbads auch das Problem der Farbveränderungen am Gipsbruchweiher, die in unregelmäßigen Abständen immer wieder vorkommen und von speziellen Bakterien verursacht werden, gelöst werden. „Durch die höhere Temperatur sterben diese Bakterien ab“, erklärt Uri N. Proben, Umweltexperte der Umweltbehörde im Landratsamt. „Dafür können sich aber andere Lebensarten, wie tropische Fische oder Muscheln, ansiedeln, die dann auch für eine natürliche Reinigung des Wassers sorgen.“ Im Zuge der weiteren Sanierungsarbeiten, für die der See dann vorübergehend auch abgelassen werden muss, könnte dann gleichzeitig die notwendige Technik für das Thermalbad, das den Namen „Füssener Faulenbad“ tragen soll, installiert werden.

Eigene Energieversorgung

„Der Aufwand ist gar nicht so gewaltig“, erklärt Investor Helmuth S. Riechgut. „Die Technik besteht aus einer Anlage, die mit Hilfe von Heizschläuchen, die am Grund des Sees verlegt werden, verbunden ist.“ Die Wärmeerzeugung wird dabei über hochsensible Solar- und Photovoltaik Module gespeist, die rund um den See angebracht werden und das Tageslicht als reflektierendes Licht über die Seeoberfläche aufnehmen können, wodurch eine Art Brennglaseffekt entsteht, der die einzufangende Energie um ein vielfaches erhöht. Die hochmoderne Technik, die völlig autark arbeitet, wurde ursprünglich von Gewässerexperten in Finnland entwickelt, um in einzelnen Fjorden die Entstehung und Ansiedlung von tasmanischen Korallenarten zu ermöglichen, soll nun auch in Füssen zum Einsatz kommen.Für das Projekt, über das der neue Füssener Stadtrat nun in seiner nächsten Sitzung abstimmen muss, sprechen ohne Zweifel auch die Auswirkungen, die ein Schwefelbad auf die menschliche Gesundheit hat. Denn das warme und mineralstoffhaltige Wasser wirkt sich mit anregend auf den gesamten Körper aus. Der Zugang für die Gäste des „Füssener Faulenbad“ soll über das Mitterseebad möglich sein. Eine neue Gastronomie ist demnach auch nicht nötig, denn der Kiosk soll künftig ganzjährig geöffnet haben, im Winter auch mit Glühwein.


Füssener Abendzeitung – 47. Sonderausgabe vom 11. März 2020:

Füssener nimmt an härtestem Radrennen der Welt teil

Training hat bereits begonnen

Der Füssener Rennradfahrer Sven Schneider hat sich für das härteste Radrennen der Welt qualifiziert. Zum ersten Mal in der Geschichte wird damit auch ein Allgäuer beim legendären „Altai Velosipednyy Marafon“, der bereits eine Tradition von über fünfzig Jahren hat, an den Start gehen. Seine Bezeichnung als härtester Radwettbewerb hat das Altai-Rennen vor allem wegen seiner enorm steilen Straßen, die eine Steigung von bis zu 34 Prozent haben sowie der generell zu überwindenden Höhe erhalten. Durch seine zahlreichen Teilnahmen am Ötztaler Radmarathon in den letzten Jahren, wurde Schneider über eine Auslosung nun offiziell nach Russland eingeladen. „Als ich den Brief aufgemacht habe, hat es mich fast umgehauen“, so der ambitionierte Radfahrer. „Natürlich habe ich auch sofort zugesagt, obwohl ich da noch nicht ganz wusste, was da auf mich zukommen wird.“

Großteil der Strecke über der Schneefallgrenze

Immerhin führt die rund 434 Kilometer lange Rennstrecke die Teilnehmer quer durch das Altai Gebirge, ein bis zu 4506 Meter hohes mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet der russisch-sibirischen Hochsteppe, der Mongolei und China. Insgesamt 8.668 Höhenmeter müssen die Fahrer dabei überwinden. Ein einzigartiger Nebeneffekt ist zudem, dass ein Großteil der Strecke über der Schneefallgrenze von 2400 Metern liegt, was von den Athleten letztlich besonders ausgeprägte Fähigkeiten und Konditionen abverlangt. Um diesen enormen Belastungen stand zu halten, will sich Sven Schneider nun intensiv auf diesen einmaligen Wettkampf vorbereiten. Neben einem täglich zweimal vierstündigen Ausdauer-Programm auf dem Rad, muss er zusätzliche Einheiten in einer Kältekammer absolvieren, um seinen Körper auf die dort herrschenden Temperaturen von bis zu minus 42 Grad vorzubereiten. „Darüber habe ich bereits mit einem Füssener Hotelier gesprochen“, sagt Schneider. „Bei ihm kann ich den Tiefkühlraum nutzen, dort werde ich jetzt meine Trainingsgeräte und mein Home Bike platzieren. Außerdem werde ich zuhause jetzt nicht mehr heizen.“

Temperaturen größte Herausforderung

Eine weitere Fähigkeit, die sich der Füssener vor dem Rennen in Russland allerdings noch aneignen muss, ist das Fahren auf Schnee und Eis. Um diese schweren Bedingungen meistern zu können, will Schneider im Frühjahr und auch im Herbst in die sibirische Kreisstadt Blagdihoschtschenski, reisen, um sich direkt am Startort des Events mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Dazwischen wird Schneider aber auch im heimischen Eisstadion seine Trainingsrunden auf dem Rad drehen. „Die kalten Temperaturen werden für mich wohl die größte Herausforderung werden“, erklärt er. „Deswegen passe ich auch meine Ernährung schon jetzt dementsprechend an.“ So werden von nun an bis zum Altai-Marathon, der im Januar kommenden Jahres stattfindet, vor allem Gerichte wie Eisbein, Kaltes Lüngerl oder Eisbergsalat und Vanilleeis mit eisgekühltem Bommerlunder auf dem Speiseeisplan des Füsseners stehen.


Füssener Abendzeitung – 46. Sonderausgabe vom 04. Februar 2020:

RTL Dschungel Camp im Allgäu

Überlebenstraining für Promis im Gebirge

Das RTL Dschungelcamp geht künftig neue Wege. Die nächste Staffel der Reality-Show soll nicht mehr wie bisher in Australien, sondern im Allgäu gedreht werden. Ändern wird sich zudem auch der Titel der Sendung. Aus dem „Dschungelcamp“ soll demnach „Das Mountaincamp – Ich bin ein Star, holt mich hier runter“ werden. Das gab der Sender nun auf Nachfrage der Füssener Abendzeitung bekannt. Ebenso bestätigten auch das Ostallgäuer Landratsamt sowie das Tiroler Hauptamt, dass dementsprechende Anfragen für Drehgenehmigungen bereits vorliegen. „Dass die Wahl für den Drehort der neuen Staffel des Camps auf das Allgäu gefallen ist, hat einen einfachen Grund“, erklärt RTL Pressesprecher Jean-Detlef Frotteur. “Schon beim Dreh von DSDS hat alles hier gut funktioniert. Die Gegend bietet für uns perfekte Bedingungen und erfüllt alle Anforderungen. Wir drehen jetzt in einer Höhe von etwa 1500 Metern.“

Neues Motto „Back to Nature“

Nach dem eher mäßigen Erfolg der letzten Staffel der beliebten TV-Serie, dem dafür verursachten CO2-Ausstoß und den Protesten, die aufgrund der zeitgleich zur Ausstrahlung schwelenden und verheerenden Buschfeuer und Waldbrände in der Senderzentrale eingingen, sieht sich das Unternehmen nun veranlasst, die Produktion des Formats ins eigene Land zu verlegen. Das neu überarbeitete Konzept sieht vor, dass die Kandidaten, ähnlich wie im Camp in Down Under, wieder in verschiedenen Spielen unterschiedliche Aufgaben erfüllen und lösen müssen, die, wie man es gewohnt ist, nicht ganz einfach sind. Ganz nach dem neuen Motto der Sendung „Back to Nature“ sollen die Teilnehmer dabei aber auch das Überleben in der kargen Wildnis der Berge beweisen. Ganz auf sich gestellt müssen die zehn Prominenten für das Beschaffen von Nahrung und Wasser sorgen, sich vor den schnell wechselnden und kalten Wetterverhältnissen in Sicherheit bringen und zeigen, dass sie sich ohne jegliche technische Hilfsmittel oder Werkzeuge in der Natur der Wälder zurecht finden. Wildtiere wie Gämsen, Rehe oder Birkhühner dürfen dabei nur mit natürlichen Waffen, wie Pfeil und Bogen, Speeren oder Grubenfallen erlegt werden.

Die zehn Kandidaten

Dem Drehbuch nach soll das Camp zum Teil auf deutschem, wie auch auf österreichischem Gebiet in der Nähe der sogenannten Hirschfängalm liegen, oberhalb von Hohenschwangau im Ammergebirge. Dabei erstreckt sich der Drehort selbst über eine Gesamtfläche von rund einem Quadratkilometer, auf dem unter anderem einfache Holz-Behausungen für die Kandidaten aufgestellt werden sollen. „Zwar waren dafür einige Sondergenehmigungen nötig“, so Landrätin Marita Rita Zinnober. „Allerdings ist das für das Allgäu auch eine sehr gute Werbung.“ Für die neue Staffel hat der Sender auch schon einige geeignete Kandidaten auf der Liste. Teilnehmen sollen demnach der mittlerweile 84-jährige Survival-Experte Rüdiger Nehberg, die ehemalige Fürther Landrätin Gabriele Pauli, Trompeter Stefan Mross, Füssens zukünftiger Ex-Bürgermeister Paul Iacob, sowie Ex-Ludwig2 Darstellerin Anna Hofbauer. Noch nicht zugesagt aber ihr Interesse bekundet haben Fussballer Mehmet Scholl, Landwirt Martin Heller, Richter Alexander Hold, die Wollnys und die Check 24 Familie. Die Ausstrahlung von „Das Mountaincamp / Ich bin ein Star, holt mich hier runter“ soll im Januar planmäßig erfolgen.


Füssener Abendzeitung – 45. Sonderausgabe vom 12. Dezember 2019:

40 neue Wohnungen für die Region

Bayerisches Ministerium stellt Wohnraum zur verfügung

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Freistaates, dass die Landesregierung durch eine wirklich außergewöhnliche Maßnahme ein derartiges Aufsehen erregt. Aufgrund der immer größer werdenden Wohnungsnot, die neben den Ballungsgebieten vor allem ländliche und touristisch geprägte Regionen betrifft, setzt die Bayerische Staatskanzlei nun ein Zeichen, das seinesgleichen suchen wird. So wird das Finanzministerium erstmalig privaten Wohnraum in einem seiner geschichtsträchtigsten Gebäude zur Verfügung stellen, dem Schloss Neuschwanstein. Was auf den ersten Blick völlig absurd scheint, stellt sich letztlich aber doch schnell als eine ganz logische Schlussfolgerung dar. Immerhin stehen seit Jahrzehnten insgesamt drei Stockwerke des Schlosses völlig leer.

Rund 60 Quadratmeter Wohnfläche

„Sowohl im Erdgeschoss, wie auch im ersten und zweiten Obergeschoss stehen uns hier knapp 2200 Quadratmeter bisher ungenutzter Wohnraum zur Verfügung“, erklärt Pressesprecherin Wilburg Drache. „Das ist im Grunde totes Kapital für uns, das können wir uns nicht mehr leisten.“ Die Planungen sehen vor innerhalb der ersten drei Geschosse eine Art Appartement-Komplex in das Schloss zu integrieren. Somit könnten insgesamt 36 neue Wohnungen entstehen, die allesamt über rund 60 Quadratmeter Wohnfläche verfügen und jeweils in zwei kleine Zimmer, sowie eine angrenzende Küche und ein Bad aufgeteilt sind. „Auch können wir so die Prunkräumlichkeiten des Königs, die ja nur im dritten und vierten Stock zu finden sind, noch besser von dem unteren Wohnungsteil des Schlosses abgrenzen“, so Drache. „Die Mieter und Touristen kommen sich also nicht in die Quere.“ Dafür sorgen soll auch ein separater Eingang in den Wohnungskomplex, der an der vorderen unteren Seite des Gemäuers entstehen soll, während Touristen weiterhin den vorderen Eingang durch das Schlosstor nehmen. Weitere vier Wohnungen könnten im Nebengebäude des Schlosses entstehen.

Parksituation rund um das Schloss

Die Idee mit der Nutzung des bisher toten Wohnraums kam im Zuge der immer noch laufenden Renovierungen des Schlosses, als man die Zimmer für Abstellzwecke nutzte und erkannte, wie viel Raum dort zur Verfügung steht. Auch müsse hier nicht auf die Denkmalpflicht geachtet werden, da die Räume allesamt nicht ausgebaut worden sind und somit auch über keinerlei künsterlische Details verfügen. „Wir haben beim Ausbau der Wohnungen also freie Hand“, bestätigt Schlossbauamtsleiter Hagen Gohst. „Über alle Anschlüsse, die für private Haushalte nötig sind, verfügt das Schloss ja ohnehin schon.“ Als einziger Nachteil für die künftigen Mieter dürfte sich allerdings die Parksituation rund um das Schloss herausstellen. Hier müsse man aber Kooperationen mit den Parkplatz- und Kutschbetreibern am Ort aushandeln, heißt es dazu aus dem Ministerium. Bereits Anfang des nächsten Jahres soll mit dem Ausbau der Wohnungen begonnen werden. Erste Mieter könnten, läuft alles nach Plan, noch vor dem Weihnachtsfest 2020 einziehen. Bei ienem Mietpreis von etwa 500 Euro pro Wohnung rechnet der Freistaat so jährlich mit rund 2,4 Milionen Euro Mehreinnahmen.


Füssener Abendzeitung – 44. Sonderausgabe vom 17. September 2019:

Füssener Handwerker beliefert Britisches Königshaus

Sonderberstellung kam per Fax aus London

Es ist wie ein Sechser im Lotto für viele Handwerker und Hersteller oder Dienstleister, wenn eine Bestellung direkt aus dem Buckingham Palace in London kommt. So geschehen am vergangenen Freitag, als der Füssener Messerschleifer und Hersteller Sven Hoppe ein Fax aus dem Gerät zog, auf dem die Britische Krone als Symbol abgebildet war. Dem Schreiben nach sendet der Königliche Palast eine Bestellung für Bajonett-Klingen, die der Ausstattung der sogenannten „Grenadier Guards“ dienen sollen, die auch als „1st Foot Guards“ bekannt sind. Die Einheit stellt das zweitälteste Regiment der Gardedivision der britischen Armee dar und gehört zu den fünf Leibregimentern der britischen Königin Elisabeth II. Somit wird Hoppe, der den umfangreichen und vertrauenswürdigen Auftrag bereits angenommen hat, auch zum ersten Allgäuer Hoflieferanten der Royal Family of England.

Das Königshaus mit der Administration in London wurde offenbar durch einen Zufall auf den Allgäuer Handwerker aufmerksam. „Wir waren schon lange auf der Suche nach einem Hersteller von Klingen für unsere Regimenter und ebenso auch für die Küche Ihrer Majestät“, erklärt Charles Neyfmen, Pressesprecher der Queen. „Nachdem unser bisheriger Hoflieferant, die renommierte Schleiferei Blade in Saberhouse Castle Sussex, Insolvenz angemeldet hatte, sind wir fast verzweifelt, weil passende und dem Hof angemessene Hersteller hier in England so gut wie nicht mehr zu finden sind. Bis wir dann durch einen Mitarbeiter tatsächlich auf Mr. Hoppe stießen.“ Demnach war ein Angestellter der Küchenbrigade des Königshauses privat während seines Urlaubes im Frühjahr ins Allgäu gereist.

Allgäuer Messer in der Küche der Queen

Bei seinem Aufenthalt lernte dieser den Messerhersteller auf einer Berghütte kennen, woraufhin er ihn in seiner Werkstatt besuchte und schließlich auch ein Messer erwarb, das er nach seiner Rückkehr mit zu seiner Arbeit in die königliche Kombüse brachte. Der Chefkoch ihrer königlichen Hoheit zeigte sich überaus begeistert von der Klinge und führte sie einem Befreundeten vor, der zuglich dem königlichen Regiment angehört. So fand das „Allgäu Knife“, wie Hoppe seine Klinge bezeichnet, den Weg bis in das höchste Büro der britischen Armee, die nun auf ihrer Suche nach einem neuen Klingenlieferanten für ihre Regimenter endlich fündig geworden war.

Somit erhielt Hoppe schließlich auch das Fax mit der offiziellen Bestellung über einen Satz von insgesamt 64 Bajonett-Klingen für die „Grenadier Guards“. Da die Form seiner eigenen Messer allerdings nicht im geringsten der von klassischen Bajonettklingen gleicht, stellt deren Herstellung für den Messerschleifer nun eine enorme Herausforderung dar. „Immerhin müssen alle Klingen der optischen Einheit wegen zu 100 Prozent identisch sein“, so Hoppe. „Das wird hart. Außerdem brauche ich für eine Klinge etwa 7 Stunden, das macht summa summarum 448 Arbeitsstunden, also mindestens 56 Tage. Dazu kommen dann noch die Gravuren.“ Schließlich wünscht das Königshaus, dass auf jedem einzelnen Bajonett auch das überlieferte Wappen des Regiments eingraviert ist. „Da brauch ich nochmal vier Stunden pro Klinge, macht also nochmal 256 Stunden, sprich 32 Tage.“ Bei einer 7-Tage Woche wird Hoppe damit nun die kommenden drei Monate beschäftigt sein. Die Überbringung der Ware in den Buckingham Palace will er dann Anfang Januar persönlich übernehmen.


Füssener Abendzeitung – 43. Sonderausgabe vom 15. August 2019:

Neues Eisstadion statt Festspielhaus

Stadt kauft Areal am Forggensee

Ein Geniestreich ist der Stadt Füssen nun gelungen. Denn mit dem Kauf des gesamten Areals des Festspielhauses können nun gleich zwei der derzeit wichtigsten Probleme der Lechstadt gelöst werden. Nicht nur, dass für die Missstände des in die Jahre gekommenen Eisstadions eine Lösung gefunden wurde. Auch die Diskussionen um das Festspielhaus, für dessen Erhalt Besitzer Manfred Rietzler nun die Stadt in der Pflicht sieht, einen Weg in die Zukunft zu finden, können damit endgültig beendet werden. Dafür plant die Stadt das bestehende Festspielhaus einfach in eine vielfältig nutzbare Mehrzweckhalle umzubauen. Gestaltet werden soll die neue „Ludwigs Eisarena am Forggensee“ nach dem Vorbild des sogenannten „Mellon Stadiums“, in dem bis vor wenigen Jahren noch der nordamerikanische NHL-Club Pittsburgh Penguins beheimatet war. Grund für die Entscheidung der Bauweise ist der schlichte, aber dennoch futuristische und visionäre Eindruck, den das Stadion vermittelt und der auch zu der Person König Ludwigs passt, da dieser ebenso Visionen verfolgte und Technik liebte.

Veranstaltungen aller Art möglich

Nachdem Expertengutachten ergeben hatten, dass die notwendigen Sanierungen im veralteten Füssener Bundesleistungszentrum enorme Summen verschlingen würden, suchte man im Stadtrat bereits seit einiger Zeit nach einer alternativen Lösung. „Dazu kamen jetzt noch die Diskussionen um den Erhalt des Festspielhauses“, erklärt Stadtsprecher Ferdinand Blücher. „Somit lag der Gedanke nahe, gleich ein ganz neues Eisstadion eben auf dem Areal des Festspielhauses zu bauen und damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.“ Zudem könne das neue Stadion auch als Multifunktions- oder Kongresshalle genutzt werden, so dass weiterhin auch Musicals oder ähnliche Veranstaltungen dort durchgeführt werden können, zumindest größtenteils in der Eishockey-freien Zeit. Die Macher des Musicals Ludwig2 arbeiten dafür bereits an einer „Ludwig On Ice“-Fassung.

Lösung für ein drittes Problem

Mit dem Namen für das neue Eis- und Veranstaltungszentrum will man an der früheren Bestimmung des Areals am Forggensee bewusst festhalten. Auch der Bezug des ehemaligen Königs mit dem Eissport sei durchaus gegeben. „Immerhin wissen wir ja aus den Archiven, dass auch Ludwig und sein Bruder Otto, die die meiste Zeit ihrer Kindheit in Hohenschwangau verbrachten, öfters am Alpsee beim Eislaufen und Hockeyspielen waren“, erklärt Bürgermeister Paul Jakob. Ebenso begeistert wie die Stadt sind auch die Mitglieder des Fischereivereins, die bereits ihre vollste Unterstützung zugesagt haben. „Das war nicht schwer“, sagt Jakob. „Wir haben den Fischern zugesagt, dass sie das ganze Jahr über nebenan Eis abholen können, um ihre gefangenen Fische frisch zu halten“. Im Zuge der aktuellen Entwicklungen kann die Stadt aber gleichzeitig auch noch ein weiteres wichtiges Problem angehen. Denn mit dem kompletten Abriss der Arena am Kobelhang, wie auch des alten BLZ, kann außerdem noch neuer Wohnraum für die Füssener Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden.


Füssener Abendzeitung – 42. Sonderausgabe vom 25. Juni 2019:

Neue Ampelmännchen für Füssen

Stadt will damit sportliche Signale senden

Wien hat sie schon, Hamburg, München, Madrid und Flensburg auch. Jetzt haben die Diskussionen um eine Erneuerung der Ampelmännchen auch Füssen im Allgäu erreicht. Mit den erstmalig und eigens entworfenen „Eishockey-Ampelmännchen“ will die Stadt nun ein deutliches Zeichen für ein klares Bekenntnis zu ihrer sportlichen Geschichte setzen. Immerhin hatte der heimische Eissportverein EV Füssen über Jahrzehnte hinweg die Deutsche Eishockeygeschichte entscheidend geprägt und die Lechstadt national wie auch international bekannt gemacht. Somit stellt der Sport für die Stadt ein Wahrzeichen dar, vor allem aber einen hohen Wiedererkennungswert.

Top-Designer verpflichtet

Längst hat sich in der gesamten Republik ein regelrechter Trend entwickelt, die eigenen Ampeln mit besonderen und für den jeweiligen Ort bedeutungsvollen Ampelmännchen zu versehen und dementsprechend umzurüsten. So ist in Duisburg und Gladbeck auf einigen Ampeln ein Bergmann mit Grubenlampe zu sehen, in Mainz die Mainzelmännchen und in Bremen die Stadtmusikanten. Während man in Hannover dagegen noch über homosexuelle Ampelmännchen nachdenkt, wurde jüngst in Berlin die erste Ottifanten-Ampel eröffnet. „Das hat im Stadtrat die Frage aufgeworfen, ob Füssen nicht auch besondere Ampelmännchen bekommen soll“, erklärt Bürgermeister Paul Jakob gegenüber der Füssener Abendzeitung. „Wir sind stolz, mit den Eishockey-Männchen, die von den beiden bekannten Designern Viktor Wart und M.N. Taler für uns entworfen wurden, nun ein für uns exakt passendes Symbol gefunden zu haben.“ Lange hatte der Stadtrat über die eingebrachten Vorschläge beraten. Unter den verschiedenen Ideen waren unter anderem „Ludwig und Sisi“-Ampelmännchen, wie auch Ampelmännchen in bayerischer Tracht im Gespräch, ebenso großen Anklang fand der Vorschlag für die Ampelmännchen im jugendlichen Skater-Look.

Großer Eröffnungs-Tag geplant

„Letztendlich haben wir uns bewusst für die Eishockeymännchen entschieden, weil sie auch geschlechtesneutral sind“, so Jakob. „Es könnten ja männliche wie auch weibliche Spieler sein, die dort zu sehen sind.“ Damit kommt auf die Mitarbeiter des Füssener Bauhhofs nun eine Menge Arbeit zu. Immerhin müssen im gesamten Stadtgebiet, einschließlich der Ortsteile Weissensee und Hopfen am See, sowie Fischerbichl und Erkenbollingen, insgesamt 28 Fussgängerampeln mit den neuen Symbolen versehen und umgerüstet werden. Die Umrüstung soll bereits bis zum Herbst abgeschlossen sein. Für den Tag der offiziellen Inbetriebnahme der „Füssener Eishockey-Ampelmännchen“ plant die Stadt schon jetzt ein umfangreiches Rahmenprogramm, bei dem es unter anderem auch ein Benefiz-Eishockeyspiel geben soll, bei dem dann die „Grünen Männchen“ symbolisch gegen die „Roten Männchen“ antreten werden.


Füssener Abendzeitung – 41. Sonderausgabe vom 27. April 2019:

Einzigartiges Freizeitprojekt in Schwangau geplant

Neues „El Dorado“ für Surfer

Während am Forggensee der Streit um den Bau eines Luxushotels am Festspielhaus noch in vollem Gange ist, denkt man in der Nachbargemeinde Schwangau bereits über neue Möglichkeiten zur Optimierung des Tourismus nach. Demnach will ein Investor am Auslauf der Pöllat direkt unterhalb von Schloss Neuschwanstein eine künstliche Steinstufe errichten, die, wie am Beispiel des Münchner Eisbachs, eine Stromschnelle erzeugt. Die dadurch entstehende etwa halbmeterhohe stehende Welle kann dann von Kanuten, Flusssurfern und Wellenreitern sportlich genutzt werden. „Der Aufwand für die Anlage, der wir den Namen ‘Ludwigs Canyon Wave‘ geben wollen, ist sehr gering“, erklärte Investor Waldemar Reider nun im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz vor Ort. „Immerhin müssen wir nur marginal in den natürlichen Flusslauf der Pöllat eingreifen, um diese Stufe zu installieren.“ Den Termin für die öffentliche Bekanntgabe seines Projekts hat der Investor dabei ganz bewußt gewählt. Wie bereits bekannt, soll die Sperrung Pöllatschlucht in wenigen Wochen, nach rund drei Jahren Sanierungsarbeiten, wieder aufgehoben werden.

Abfederungskörper für den Schutz

Für das Projekt vorgesehen ist ein insgesamt 25 bis 35 Meter langes Teilstück des unteren Flusslaufes. Neben der sogenannten „Wave-Step“, die im oberen kleineren Teil des Areals angebracht werden soll, bildet der untere und längere Teil des Areals eine Art Auslauf. Zudem sollen an den direkt dem Areal umliegenden Felsquadern, die die natürliche Einmündung des Flusses bilden, Abfederungskörper für den Schutz der Surfer angebracht werden. Auch mit Vertretern von Naturschutzbehörden haben demnach bereits erste positive Gespräche stattgefunden. „Wir sehen hier keinen großen Eingriff in die Natur“, bestätigt Waldtraud Rinde, Vorsitzende des BUND Ortsverbandes. „Außerdem ist dieser Bereich ohnehin für jeden zugänglich und nicht gesperrt. Dass Menschen dort auch baden oder Sport betreiben, dagegen ist von unserer Seite aus nichts einzuwenden, solange die Natur dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Das ist hier nicht der Fall.“

Treffpunkt für Surfer

Das Projekt befürwortet demnach auch der Fischereiverein Schwangau. Schließlich bringe die zusätzliche Stufe einen enormen Anstieg des Sauerstoffgehalts im Wasser, was dem Wachstum der Forellen gut tue. Im Zuge der Errichtung der Steinstufe für „Ludwigs Canyon Wave“ soll zudem das Gebäude der alten „Gipsmühle“ endlich renoviert werden. Weiterhin sehen die Pläne vor, das Wohnhaus, das direkt neben dem immer noch betriebenen Sägewerk liegt, zu renovieren und in ein Tages-Café oder gar einen offiziellen Treffpunkt für Surfer umzubauen. So könnte sich in Hohenschwangau am Eingang zur bekannten Pöllatschlucht ein weiteres Freizeitparadies in einer wahrlich königlichen Lage erschliessen, das sich vor allem in den Frühjahrsmonaten anbietet, wenn die Pöllat aufgrund der Schneeschmelze wasserreich ist. Über das Projekt muss nun der Schwangauer Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung abstimmen.


Füssener Abendzeitung – 40. Sonderausgabe vom 19. Februar 2019:

Neue Verkehrsführung in Füssen geplant

Maßnahme soll Sommer-Staus vermeiden

Das sommerliche Verkehrsproblem in der Stadt Füssen scheint nun endlich gelöst zu sein. Einem direkt in den Stadtrat eingebrachten Vorschlag eines Bürgers nach, sollen die in der touristischen Hauptsaison herrschenden alltäglichen Stauungen künftig durch eine minimale Änderung der städtischen Verkehrsführung vermieden werden. „Die Idee ist relativ einfach und gleichzeitig einleuchtend“, erklärt Stadtsprecher Andi P. Dahle. „Deswegen haben die Stadträte den Vorschlag auch einstimmig angenommen.“ Der Plan sieht vor, der Reichenstraße wieder ihre frühere Bedeutung als Haupt-Durchgangsstrasse für den Fernverkehr zukommen zu lassen. Dadurch wird es definitiv keine derartigen Stauungen in der Innenstadt mehr geben.“ Immerhin war durch die Füssener Reichenstraße, die heute den Kern der Altstadt und damit auch den Mittelpunkt der Fußgängerzone darstellt, noch bis Mitte der Siebziger Jahre ganz regulär der Verkehr gelaufen.

Neuer Bereich für Fußgängerzone

Mit der Rückführung der Reichenstraße sollen nun vor allem die größten Stauungen, die zwischen dem Kaiser-Maximilian-Platz und der neuen Füssener Lechbrücke täglich entstehen, künftig vermieden werden. So würde der Fernverkehr in Richtung Tirol fortan von der Augsburger Straße aus direkt einspurig durch die Reichenstraße geleitet und über die Lechhalde abgeführt werden, während der Verkehr zu den Schlössern, wie auch der Gegenverkehr von Richtung Schwangau und Tirol aus, bereits über die Robert-Schmid-Straße und die Theresienstraße abgeleitet wird. Damit falle zwar ein Stück der bisherigen Fußgängerzone weg, welches aber durch den Strassenteil zwischen dem Kaiser-Maximilian-Platz bis hin zur Sebastianstraße ausgeglichen werden soll. Die neue Fußgängerzone erstrecke sich damit künftig von der Tourist Information und das Sparkassengebäude über das Hotel Hirsch und das Lila Haus bis in die Füssener Altstadt hinein.

Auch Lösung für das Parkproblem

„Da hätten wir eigentlich auch selber drauf kommen können. Aber man denkt ja bekanntlich immer zu kompliziert“, so Stadtsprecher Dahle. „Das bestätigen auch Experten des Bundesamtes für Verkehrsplanung, die vom Stadtrat hinzugezogen wurden. Dabei wurden verschiedene Szenarien für die neue Verkehrsführung durchgespielt, die Experten sind zu einem positiven Ergebnis gekommen, die Lösung funktioniert.“ Überrascht von dem Lösungsvorschlag zeigten sich auch die Gastronomen und Einzelhändler entlang der Reichenstraße. Immerhin könne man von dem Durchgangsverkehr in Zukunft enorm profitieren, sind sich alle einig. Dazu komme, dass es im Zuge der Änderung der Verkehrsführung auch wieder möglich sein soll, auf beiden Seiten der Reichenstraße zu parken. „Das kommt uns sehr gelegen“, sagt Clemens Bain, der dort Gehhilfen verkauft. „Unsere Kunden werden nun öfters kommen.“ „Aus unserem Straßenverkauf wird so in Zukunft ein Fernstrassenverkauf“, freut sich auch Stracia Della, Inhaberin einer Eisdiele in der Reichenstraße. Vollzogen werden sollen die Pläne, für die nur wenige kleine bauliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, noch vor der anstehenden Sommersaison.


Füssener Abendzeitung – 39. Sonderausgabe vom 06. Januar 2019:

Füssen garantiert künftig „Weisse Weihnachten“

Lechstadt leistet damit echte Pionierarbeit

Das Zittern um „Weisse Weihnachten“ ist in der Stadt Füssen in Zukunft kein Thema mehr. Um die bei Gästen, Touristen und auch Einheimischen beliebte verschneite vorweihnachtliche Stimmung zu sichern, will die Stadtverwaltung ab dem kommenden Jahr den Schnee selbst produzieren, um damit Wetter-unabhängig zu sein. Insgesamt wird die Stadt dafür 28 sogenannte Schneelanzen sowie zwei Schneekanonen einsetzen, die an verschiedenen Stellen im Herzen der Altstadt installiert werden. „Gerade die Vorweihnachtszeit ist für viele Gastronomen, Geschäftsinhaber und Vermieter eine sehr wichtige Zeit des Jahres“, so Vincent Pauder von den Füssener Stadtwerken. „Immerhin führt der Schneemangel der vergangenen Jahre in genau diesem Zeitraum auch für zahlreiche Stornierungen von Übernachtungen. Das wollen wir damit künftig ausklammern.“ Resonanzen dieser Art sind auch auf einigen Internetforen zu finden. Kommentare wie „Ohne Schnee fahren wir nicht nach Füssen“, „Da macht der Weihnachtsmarkt keinen Spaß“ oder „Da können wir gleich nach Mallorca fahren“ sind dort unter anderem zu lesen.

Gezielter Kanonen-Einsatz

Die möglichen Standorte für die mobilen Schneelanzen, bzw. –Kanonen werden derzeit noch konkreter erarbeitet, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings stehen die für die fest installierten Lanzen vorgesehenen Standorte schon fest. So sollen unter anderem jeweils zwei Lanzen am Schrannenplatz, vor der Kurverwaltung, sowie im Abstand von rund zwanzig Metern entlang der Fußgängerzone jeweils eine weitere Lanze platziert werden. Weitere Standorte befinden sich entlang der Ritterstraße und Drehergasse bis hin zum Brotmarkt. Die Schneekanonen werden dagegen direkt am Stadtbrunnen sowie am Bahnhof installiert. „So können wir auch bereits mit dem Zug ankommenden Gästen einen ersten Eindruck geben, wie es in der Innenstadt aussieht“, so Pauder. Auch auf dem Dach des Festspielhauses sollen demnach zwei Lanzen angebracht werden, um dort die tief verschneite Aussicht auf die Königsschlösser zu garantieren.

Internationale Medien erwartet

Um die Lanzen und Kanonen mit ausreichend Wasser für die Produktion des Schnees zu versorgen, sollen die Geräte an die örtliche Wasserversorgung angeschlossen werden. „Hierfür stehen uns im geplanten Beschneiungsgebiet insgesamt acht Hydranten zur Verfügung“, erklärt Pauder. „Um den Umweltfaktor zu wahren, wollen wir hier aber nur mit Brach- und Klärwasser arbeiten, das wir hier einleiten.“ Die Stadt Füssen leistet damit ganz nebenbei echte Pionierarbeit. Denn auch in anderen touristenreichen Städten und Metropolen, wie Kaufbeuren, München, Salzburg oder sogar Abu Dhabi, denkt man über eine künstliche Beschneiung der Innen- und Altstadtkerne nach, um die vorweihnachtliche Stimmung mit Schnee künftig zu garantieren. So werden auch zahlreiche internationale Medien direkt aus der Lechstadt über die ersten Erfahrungen mit dem Einsatz der Schneekanonen im nächsten Winter berichten.


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